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Social Media Management Tagung 2017

Tagungsmoderator Prof. Dr. Alexander Gutzmer

Am 27. und 28. November findet in Berlin die 12. Social Media Management Tagung statt. Moderiert wird die Tagung von Prof. Dr. Alexander Gutzmer, Professor für Kommunikation und Medienkultur an der Quadriga Hochschule Berlin. An den zwei pickepacke-vollen Tagen diskutieren die Teilnehmer in Workshops, Impuls-Vorträgen, Best-Case Präsentationen und bei zahlreichen Networking-Gelegenheiten die dringendsten Fragen zu einer authentischen, effizienten und neugierig-machenden Social Media Kommunikation. Vorab einige Fragen an den Moderator, Prof. Dr. Alexander Gutzmer.

Lässt sich erfolgreiche, wirksame Social Media Kommunikation auf diese drei Schlagwörter „Neugierde“, „Authentizität“ und „Effizienz“ herunterbrechen?

In der Tat. Um Effizienz geht es in der Kommunikation ja letztlich immer: Wir alle wollen doch mit möglichst maßvoll, aber gezielt eingesetzten Mitteln das Maximum an kommunikativer Wirkung herausholen. Hierbei laufen wir aber Gefahr, bestimmten vorformulierten Trends hinterherzulaufen. Und das wird dann schnell unauthentisch. Neugierde schließlich ist in der Kommunikation immer gefordert. Genau deshalb hält mit dem Content Marketing ja auch ein Stück journalistische Kultur Einzug in die Kommunikation. Weil nämlich Journalisten diese Neugier mitbringen.

Was hat in der Social Media-Kommunikation den größten Stellenwert: die gute Content-Idee, die Wahl der richtigen Plattform oder die richtige Tonalität?

Am Anfang steht schon die Idee, strategisch grundiert natürlich. Aus der Idee sollten sich weitere Maßnahmen ableiten und auch die adressierten Plattformen. Es macht keinen Sinn, eine Plattform zu bespielen, nur weil es die Konkurrenz auch tut oder weil der CEO das will. Unternehmen sind hier zu oft Getriebene einer Technologiegläubigkeit, anstatt bewusst eigene inhaltliche oder inszenatorische Akzente zu setzen.

Tonalität schließlich ergibt sich idealerweise aus der Idee. Wenn diese gut ist und zum Unternehmen passt, dann findet die Kommunikation auch den passenden Ton. Aber das ist leichter gesagt als getan. Viele Unternehmen texten an Zielgruppe und eigener Idee komplett vorbei.

Welche Social Media-Plattform sollte jedes Unternehmen 2017 nutzen – oder gibt es im Ausnahmefall gute, unternehmerische Gründe sich zu verweigern? 

Es gibt nicht nur im Ausnahmefall Gründe, bestimmte Plattformen nicht zu bespielen, sondern immer. Keine Kampagne muss alle Plattformen einbeziehen. Je mehr Plattformen uns bekannt und verfügbar sind, desto klarer muss jede Content-Kampagne auch eine eigene Plattformstrategie beinhalten. Man muss sich die eigenen Bühnen sehr gut auswählen. Anna Netrebko tritt ja auch nicht überall auf.

Auf welche Veranstaltung im Rahmen der Social Media Management-Tagung 2017 sind sie besonders gespannt?

Als Journalist und Medienwissenschaftler reizt mich besonders der Vortrag „Social Media in bewegten Zeiten“ von Patrick Gensing (Tagesschau Anti-Fake-News-Projekt). Die Spreizung dessen, was mal als Wahrheit galt, und die neuen Rechtfertigungszwänge von Medien verändern unsere Kultur und auch unsere Demokratie. Hier müssen wir alle miteinander neue Antworten finden. Auch Unternehmen sind hier gefordert. Idealerweise führen wir darüber in Berlin einen offenen, auch selbstkritischen Dialog.

Social Media Comms wird manchmal als seicht und easy abgetan und in der Unternehmenskommunikation (leider) oft mit bunten Bildern und Emojis gleichgesetzt. Eine Idee, wie man der Disziplin mehr Gewicht geben könnte?

Ich bezweifle, dass dies wirklich noch die Haltung in den Kommunikationsabteilungen ist. Aber am Eindruck einer gewissen Substanzlosigkeit ist die Social Media-Szene selber schuld. Der Grund: Hier sprechen oft Bekehrte zu Bekehrten. Deren Interesse gilt zu häufig nur der technologischen „Richtigkeit“, nicht der Stärke einer inhaltlichen Strategie. Man macht es sich mit dem Ansprach an die eigenen narrativen Angebote zu leicht. Nicht alles, was sich Storytelling nennt, ist narrativ oder publizistisch wirklich stark oder gar outstanding.

 

Zum Schluss noch eine Challenge: Erklären Sie einem Marketer, der die letzten 25 Jahre auf einer einsamen Hallig im Polarmeer verbracht hat, die Kommunikation im Jahre 2017 – in 144 Zeichen:

2017: Nie wurde journalistische Aufrichtigkeit stärker hinterfragt – und nie war sie wichtiger.

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